1996 schrieb Horst Zimmermann ein interessantes Buch über den Sozialstaat Deutschland, das im Moment sehr aktuell ist. Mit dem Titel ” Wohlfahrtsstaat zwischen Wachstum und Verteilung” ist das Buch zurzeit, trotz seines Alters, so aktuell wie noch nie.

Die Teufelsspirale begann schon vor der Veröffentlichung des Buches, die Sozialleistungen steigen konstant, aber die Basis der Finanzierung wurde kleiner. Der Schriftsteller ist ein berühmter Finanzwissenschaftler aus Marburg, der versucht, Auswege für dieses aktuelle Problem vorzustellen. Er hat zwei besondere Felder gefunden, die für eine Lösung besonders interessant sind.

Er schlägt einen veränderten Sozialtransfer und Änderung die Einkommensbesteuerung vor, um der ungünstigen Kapitalverteilung entgegenzuwirken. Dabei hält Zimmermann die deutsche Politik dafür verantwortlich, dass Unternehmer in Deutschland nicht mehr innovationsfreudig sind. Das liegt zu einem Teil an der Lohnpolitik und den fehlenden Umverteilungsmaßnahmen. In den hochentwickelten Industriestaaten werden Unternehmen, die durch die Globalisierung einer großen Kompetenz ausgesetzt werden, durch zu wenig Leistungsmotivation entmutigt.

Das Verhältnis zwischen den Zielen des Wachstums und der Kapitalverteilung wird nach Meinung des Autors nicht nur durch die schlechten Bildungsmöglichkeiten verschlechtert. Leistungsfeindliche Vorlagen und das eingeschränkte Arbeitsangebot verschlechtern die Kapitalbildung. Das Klima in Deutschland ist nicht innovationsfreudig und bietet Unternehmen keinen Anreiz, aufgrund der Steuerpolitik Risikobereitschaft zu zeigen. Besonders in kleinen Unternehmen wird dadurch die Bildung von Risikokapital verhindert, wodurch neue Erfindungen finanziell nicht durchführbar sind.

Die Umverteilung des Kapitals muss die Leistungsbereitschaft sowie die Möglichkeit, in kleineren und mittleren Unternehmen Personal einzustellen, fördern. Eine mögliche Lösung wäre, die Bemessungsgrundlage zu ändern und die Steuersätze zu senken. Sobald dem Mittelstand Kapital zur Verfügung steht, wird der Innovation wieder eine Basis geboten, da in großen Firmen die Personalstruktur gegen innovative Verbesserungen wirkt.

Die sozialen Abgaben dürfen die Bereitschaft der Angestellten und Arbeiter nicht beeinträchtigen. Dafür müssen die Mittelschicht und die sozial schwachen Haushalte entlastet werden. Der Anreiz zur Selbstständigkeit wird dadurch gefördert.