Das falsche Wirtschaftswunder der USA

Schon auf den nächsten Wahlgang ausgerichtet, reist Donald Trump durch die Vereinigten Staaten und preist das amerikanische Wirtschaftswunder an. Leider vergisst er dabei zu erwähnen, dass der Aufschwung nur durch Kredite zustande kommt und auch nicht für alle Gesellschaftsschichten gilt.

Für Donald Trump existieren nur Superlative. Er preist die momentane wirtschaftliche Lage der Vereinigten Staaten als die beste in den letzten Jahrzehnten an und verliert dann auch gerne ganz den Bezug zur Realität. Aus Jahrzehnten werden dann gerne auch mal die beste Wirtschaft in der Geschichte der Vereinigten Staaten und letztendlich sogar aller Zeiten.

Objektiv betrachtet haben diese Aussagen leider wenig mit der Realität zu tun. Zwar steigt das Bruttoinlandsprodukt, die Arbeitslosigkeit fällt und die Bürger der USA müssen auch weniger Steuern bezahlen, aber die Staatsausgaben steigen ins Unermessliche. Wenn der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten seine Wirtschaftspolitik nicht drastisch ändert, wird das Haushaltsdefizit im Jahre 2020 die eine Billion USD-Grenze überschreiten.

Zum Teil ist die Steuerreform daran schuld, die Trump den Amerikanern als Geldgeschenk verkauft hat. Tatsächlich muss die Mittelschicht dadurch ungefähr 600 USD pro Kopf im Jahr weniger bezahlen, bei den Geringverdienern entstehen dadurch aber oftmals nur Steuervorteile von weniger als zehn US-Dollar. Millionäre dürfen sich aber über Steuererleichterungen bis zu 100.000 USD im Jahr freuen. Noch kritischer ist aber der Verlust in der Staatskasse durch die gesenkten Unternehmenssteuern, die um fast 14 Prozent gesunken sind.

Gefährlicher werden aber noch die Handelskriege, die Trump angezettelt hat. Obwohl sie nach seiner Meinung leicht zu gewinnen sind, verlieren jetzt schon einige Unternehmen viel Geld. Der Autokonzern General Motors rechnet jetzt schon mit einer Milliarde USD Mehrkosten durch die gestiegenen Stahl- und Aluminium-Preise. Aber besonders die Geringverdiener in den USA wird es hart treffen. Die Billigprodukte aus China werden teurer, die besonders von dieser Einkommensklasse gekauft werden. Auch wenn die Löhne in den vergangenen Jahren 2,7 Prozent gestiegen sind, ist die Kaufkraft durch eine Inflationsrate von 2,9 Prozent gesunken.