Wie zwei alte Männer die Weltwirtschaft in Gefahr bringen

Es gleicht dem Kampf zweier alter Hähne, keiner von beiden lässt sich mit rationalen Gründen zur Vernunft bringen. Der eine verhängt Sanktionen gegen einen langjährigen strategischen Partner, der wiederum sein Volk gegen die Produkte des ehemaligen Partners aufhetzt und sich jetzt nach anderen Partnern umschaut.

Wie die Geschichte ausgeht, wissen wir noch nicht, aber wodurch die Finanzkrise der Türkei möglich wurde und wie fragil die Wirtschaft der Schwellenländer ist, das bekommen wir jetzt eindrucksvoll gezeigt.

Der Kampf der beiden war letztendlich nur der Auslöser für eine Finanz- und Wirtschaftskrise, der sich die türkische Bevölkerung jetzt stellen muss. Wie weit sie auch die Europäische Union und die Weltwirtschaft treffen wird, stellt sich in den nächsten Monaten heraus.

Fakt ist, dass das Gebilde aus günstigen Krediten sehr anfällig ist und jetzt langsam einstürzt. Die Türkei hat jahrelang ihre ineffiziente Wirtschaftsleistung mit ausländischen Krediten ausgeglichen. Alle in Fremdwährungen, während die Regierung weiterhin nur Lira eingenommen hat. Es war ja auch leicht, Kredite aufzunehmen, die Zinsen waren ja so günstig und die Investoren pumpten nur gerne neue Devisen in das Land. Mittlerweile muss die Türkei 25 Prozent ihrer Schulden in Fremdwährungen bedienen.

Jetzt haben die Banken das Vertrauen in die Türkei verloren und die Investoren bangen um ihr Geld. Die Lira befindet sich im freien Fall und die Türkei wird die Schulden wahrscheinlich nicht mehr tilgen können.

Das Schlimme ist, dass die Türkei kein Einzelfall ist. Schon seit 2013 warnen Banken davor, den Schwellenländern mehr Kredite zu geben. Schon 2014 wurden mehr als 80 Prozent der Anleihen und der internationalen Kredite an Unternehmen in Schwellenländern zur Verfügung gestellt, deren Einnahmen überwiegend aus heimischer Währungen bestehen.

Dann fehlt nur noch ein alter Hahn, der laut kräht, und das ganze Kartenspiel fällt zusammen. Im Moment werden viele Schwellenländer zittern und hoffen, nicht auch mit in den Finanzstrudel hineingezogen zu werden.